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Spitzenreiter Feuerwehr und Polizei – Berliner Beamte sind immer häufiger krank

GdP Berlin: 4.000 Kolleginnen und Kollegen nötig, um Belastung stemmen zu können

Berlin.

Wie aus einer schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe (FDP) hervorgeht, steigen die durchschnittlichen Krankentage von Berlins Beamtinnen und Beamten. Die B.Z. hatte in ihrer Onlineausgabe am Donnerstagabend die Zahlen veröffentlicht, die gerade im Bereich Feuerwehr und Polizei ein erschreckendes Bild zeigen. Im Durchschnitt sind unsere Kolleginnen und Kollegen mehr als zwei Arbeitsmonate im Jahr krank.

Kollegen sind Menschen, Menschen werden bei übermenschlicher Belastung krank

„Die Zahlen sind besorgniserregend, aber sie überraschen mich nicht. Wir kritisieren die unerträgliche Arbeitsbelastung ja nicht immer wieder aufs Neue, weil uns das Bocciaspielen zu langweilig geworden ist. Unsere Kolleginnen und Kollegen bei der Feuerwehr und Polizei sind Menschen. Menschen werden krank, wenn sie dauerhaft Übermenschliches leisten müssen. Das sollte langsam aber sicher jeder verstehen“, sagt GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp. Gemäß der Anfrage war Berlins Hauptverwaltung 2015 im Schnitt 36,8 Tage im Jahr krank. Während es im Bereich Wirtschaft, Technologie und Forschung 25,4 Tage waren, fallen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Feuerwehr 45,8 Tage krankheitsbedingt aus, bei der Polizei sogar 47,4 Tage – der Spitzenwert. Im Jahr 2011 waren es noch 37,9 Tage bei der Feuerwehr und 46,6 Tage bei der Polizei.

3.000 Polizisten, 1.000 Feuerwehrleute und Sanierung der Dienstgebäude

Damit sich die Krankentage reduzieren, fordert Philipp einen deutlichen Personalaufwuchs bei Feuerwehr und Polizei, durch den sich die stetig steigende Einsatzbelastung endlich auf mehr Schultern verteilt. Philipp: „Wir werden in den nächsten Jahren vielleicht einen leichten Zuwachs verzeichnen, aber das reicht vorne und hinten nicht. Wir brauchen aktuell bereits 1000 zusätzliche Kräfte bei der Feuerwehr und 3.000 mehr Polizistinnen und Polizisten“. Neben dem akuten Personalmangel macht die GdP-Landesvorsitzende vor allem den Zustand vieler Dienstgebäude für den hohen Krankenstand verantwortlich. „Der neue Senat hat schon einige gute Sachen auf den Weg gebracht. Die Summe von 50 Millionen Euro, um die Gebäude von Feuerwehr und Polizei zu sanieren, kann aber nicht ernst gemeint sein. Sicher kann man in einer Legislaturperiode nicht jahrzehntelange Versäumnisse aufarbeiten. Aber man muss wesentlich mehr investieren, wenn man seine Beamtinnen und Beamte nicht in Gebäude schicken möchte, in denen sie Gesundheitsrisiken ausgesetzt werden“, so Philipp.