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GdP-Vize bei n-tv zu Anschuldigungen gegen das LKA Berlin im Fall "Amri"

Radek: Durch restlose Aufklärung Vertrauen zurückgewinnen

Jörg Radek, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender, im Studiogespräch beim Nachrichtensender n-tv. Foto: Screenshot n-tv.de
Jörg Radek, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender, im Studiogespräch beim Nachrichtensender n-tv. Foto: Screenshot n-tv.de
Köln/Berlin.

Es ein "ungewöhnlicher, jedoch ein konsequenter Vorgang", dass Berlins Innensenator Andreas Geisel Ermittlungen gegen das Landeskriminalamt der Hauptpolizei eingeleitet habe, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, in einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv am Donnerstagmorgen in Köln. Geisel hatte am Mittwochabend darüber informiert, dass Ermittler Pannen im Fall Anis Amri vertuscht haben sollen. Wegen möglicher Strafvereitelung im Amt sowie Urkundenfälschung erstattete der Berliner Senat Anzeige.

Radek begrüßte die Entscheidung des Senats, mit der grundsätzlichen Aufarbeitung der Vorgänge um den Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter einen Sonderermittler beauftragt zu haben. Im Gegensatz zu anderen Ländern, die unter solchen Umständen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss eingerichtet hätten, sei der Sonderermittler parteipolitisch neutral und gehe rein fachlich vor.

Es sei jetzt dessen Aufgabe herauszufinden, ob es sich bei den schweren Vorwürfen gegenüber dem LKA Berlin um individiuelles Fehlverhalten handle oder womöglich um strukturelle Defizite, sagte der GdP-Vize.

Radek zufolge ist Vertrauen in die Polizei und die polizeiliche Arbeit verloren gegangen. Daher sei es jetzt umso wichtiger, dass die Vorgänge restlos aufgeklärt würden.